Dienstag, 22. Juli 2008
Eigentlich wollte ich ja nur
das Rauschen dieses Mikrofons reduzieren.
Hm. Diese Rechner erweisen sich immer wieder als steter Quell nicht enden wollender Beschäftigung.

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Sonntag, 20. Juli 2008
Vis à vis
Heute habe ich sie zum ersten Mal richtig gesehen. Nicht nur als unbestimmter Schatten hinter einem Vorhang, der einen dunklen Raum vor den Blicken der Nachbarschaft schützt.
Seit vier Jahren weiß ich, dass dort jemand wohnt - nicht selbstverständlich in einem Haus, das über erstaunlich viele leer stehende Wohnungen verfügt. Es ist das gleiche Stockwerk und über den breiten Lichthof sind es nur knappe zehn Meter von meinem Fenster zu ihrem.

Ich weiß schon lange, dass dort offenbar zwei Personen leben, und ganz selten, wenn genügend Licht in dem hinter diesem Fenster liegenden Raum zu sehen ist, kann man erahnen, welche Menschen es sein könnten, deren kaum wahrnehmbare Lebenszeichen durch den Vorhang bis zu mir vordringen.
Es sind alte Menschen, so viel ist mir schon lange klar, denn es sind langsame, bedächtige Bewegungen, die sich als Schatten auf den Vorhängen zeigen und die Gestalten erwecken den Eindruck leicht gebeugter, behäbiger Körperhaltungen.

Die Vermutung lag nahe, dass sich hinter diesem Fenster eine Küche befindet, wenn auch eine mit funktionierender Belüftung, da ich dieses Fenster noch nie geöffnet gesehen habe. Auch die Art, wie eine der Gestalten lange stehend an einem Ort in der Nähe des Fensters verharrt und nur leichte Bewegungen des Kopfes und der Schultern zu sehen sind, legt nahe, dass dort jemand in einer Küche arbeitet. Dass dieser Jemand sehr wahrscheinlich eine ältere Dame ist, vermute ich schon lange.

Aber heute habe ich sie zum ersten Mal gesehen.
Es ist tatsächlich eine alte Dame, wahrscheinlich um die 80, mit weißem hochtoupiertem Haar, die mit bedächtigen Bewegungen ihrer Arme etwas auf einem Küchentisch bearbeitet. Das Fenster ist noch immer geschlossen, aber heute waren aus nicht näher ersichtlichen Gründen die Vorhänge zur Seite gezogen. Der Blick auf diese Nachbarin hat vielleicht drei Sekunden gedauert, dann hat sie sich meinem dezenten Vorbeischauen am Fensterrahmen, quer durch einige im Lichthof stehende Bäume und Sträucher, mit einem Schritt zur Seite wieder entzogen.

Ich halte mich in letzter Zeit öfter in diesem Lichthof auf als früher. Wenn ich das nächste Mal draußen bin, oder vom Fensterbrett aus hinüberschaue und sie sehe, werde ich fürs erste einmal freundlich winken.
Mal sehen.

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Mittwoch, 16. Juli 2008
Déjà Vu


Jetzt trieft das alles natürlich ganz übel, und die Nackenhaare sträuben sich immer wieder senkrecht, aber ich kann nicht umhin, mich in die Köpfe dieser vier alten (?) Herren zu versetzen und komme zu dem Schluss, dass ich ihnen abnehme, was sie da machen.
Man muss wahrscheinlich ein Amerikaner sein, um das wirklich verstehen zu können, was ich aber auch als raunzender Ösi bemerke, ist, dass da auf eine Art Musik gemacht wird, die sich die vier heute nur leisten können, weil sie schon so legendär, reich und berühmt sind. Und weil man weiß, was man von ihnen zu erwarten hat.

Würde irgendeine junge Band auf diese Art versuchen, kommerziell erfolgreich zu sein, sähe es damit - so glaube ich als raunzender Ösi - sehr düster aus.
Wie kommt es eigentlich, dass die Politik, bzw. überhaupt Engagement jeglicher Art so dermaßen out ist, im Musikgeschehen (ja, natürlich gibt es Ausnahmen, aber die fallen nur so stark auf, weil sie so selten sind)? Da war ja sogar die Punk-Ära engagierter!
Schon klar, dass das keine neuen Erkenntnisse sind, aber das macht sie nicht weniger wahr.

Geht es uns zu gut, oder sind wir einfach nur zu gut erzogen?

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Hello cowgirl in the sand
Is this place at your command
Can I stay here for a while
Can I see your sweet sweet smile
Old enough now to change your name
When so many love you is it the same?
Its the woman in you that makes you want to play this game.

Hello ruby in the dust
Has your band begun to rust
After all the sin weve had
I was hopin that we turn back
Old enough now to change your name
When so many love you is it the same
Its the woman in you that makes you want to play this game.

Hello woman of my dreams
This is not the way it seems
Purple words on a grey background
To be a woman and to be turned down
Old enough now to change your name
When so many love you is it the same
Its the woman in you that makes you want to play this game.
(Neil Young)
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Nach wie vor eines der besten Stücke Stromgitarrenlärm, die ich kenne.
Die Nachbarn mögen mir vergeben...

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Sonntag, 13. Juli 2008
RTFM
Selbstermahnung:
Du sollst die Bedienungsanleitung lesen und verstehen, bevor du das sie beschreibende Ding in die Hand nimmst. Aufmerksam.
Kann erstaunlich viel Zeit sparen.

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Samstag, 12. Juli 2008
Upperclass Recycling
Es ist schon wichtig, dass Mülltrennung möglichst konsequent durchgeführt wird, keine Frage. Zugleich lässt der Grad der Spezifizierung der innerhalb einer Gesellschaft vollzogenen Mülltrennungsmechanismen interessante Rückschlüsse auf deren Wohlstandsniveau zu.

Eigene Behälter, in die man im Vorbeigehen sein Mobiltelefon bequem und umweltgerecht entsorgen kann, lassen so gesehen die Annahme gerechtfertigt erscheinen, dass der durchschnittliche Wohlstand in diesem Land nicht gar so niedrig sein kann.

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Woran man merkt, dass man in einem Singlehaushalt lebt
Indem man beim KARE vor einer wunderschönen Brotdose steht und feststellt, dass man nie schnell genug einen Laib Brot verbrauchen wird, um ihn selbst in einem perfekt funktionierenden Behälter vor dem Schimmeln zu bewahren.
Und daher weiterhin die Semmeln einzeln kauft.

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Freitag, 20. Juni 2008
Die Habsburgwartenspitze wie ein Scherenschnitt gegen den graugelbweißen Wolkenhimmel,
Blumen ragen in mein Blickfeld, zu schön, um sie zu beschreiben, und doch:
Schlankes Wiegen in geriffeltem Grün, kleine Blätter wie lange Ellipsen, zartes Rosa, welkendes Weiß, umspielt
von Fliegen,
bekrabbelt
von Ameisen,
bearbeitet
von Hummeln.

Kindergeschrei über den Wiesen:
„Ich bin Deutschland.“
„Ich bin Italien.“
„Ich bin der Kameramann.“
Der schwarze Ball fliegt zur lachenden Sonne.
Einst, im Oktober, legte sich hier der schwere Samt herannahender Kopfschmerzen über mein Bewusstsein
und ließ den Druck nicht mehr fallen,
bis die Nacht mir die Sinne raubte.

Und jetzt: Sind die Bäume höher, die Gräser satter, das Licht klarer.
Das Holz ist gealtert, aber der Boden nicht ausgetretener als zuvor.
Und der wilde Weizen in meiner Hand fühlt, sich selbst und mit mir,
eine Ahnung von Kindheit
und doch ist es anders,
ist es Teil einer nicht gekannten Welt, die mehr Erfüllung in sich trägt, als das sorglose Kinderherz je geträumt hat.

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Aktualisiert: 2008.08.20, 21:20
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Die Billion Von Google erreicht uns die Nachricht, dass kürzlich die Billion geknackt wurde. So...
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Der ehemalige Besitzer dieses "Mensch-ärgere-dich-nicht"-Spiels dürfte der in der Spielbezeichnung liegenden Aufforderung nicht nachgekommen...
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